Patrick Fischer: Nati-Captain Josi fordert Fischer-Rückkehr für WM

Die Entlassung von Nati-Coach Patrick Fischer beschäftigt die Hockeywelt weiterhin. Nun setzt sich der Nati-Captain für den 50-Jährigen ein.

Das Wichtigste in Kürze
- Nati-Captain Roman Josi wendet sich mit einem Brief an den Eishockey-Verband.
- Darin bittet er um eine Rückkehr von Patrick Fischer als Nati-Coach für die Heim-WM.
- Fischer wurde in der vergangenen Woche entlassen, Co-Trainer Jan Cadieux übernahm.
Nach der Entlassung von Trainer Patrick Fischer erhielten die Nati-Spieler einen Maulkorb. Nach den beiden Spielen letzte Woche durften die Stars sich nicht zum Verbands-Entscheid äussern.
Jetzt hat sich mit Roman Josi dafür gleich der Nati-Captain zu Wort gemeldet. In einem Brief, der mehreren Medien (darunter dem SRF) vorliegt, fordert der NHL-Star gar die Rückkehr des Trainers für die kommende Heim-WM.

Josi schreibt: «Wir erkennen die Schwere der Situation sowie die aufgedeckten Fehler an. Wir haben volles Verständnis für die Verantwortung des Schweizerischen Eishockeyverbandes und den Kontext, in dem diese Entscheidung getroffen wurde.»
Doch: «Innerhalb des Teams besteht eine breite und klare Unterstützung für Patrick Fischer – getragen von Spielern und Staff.» Fischer sei in den vergangenen Jahren eine zentrale Figur im Aufbau dieses Teams gewesen. Aus rein sportlicher Sicht stellt seine Abwesenheit zu diesem Zeitpunkt einen erheblichen Verlust dar.»

Für Josi ist klar: «Dieses Mass an Wissen, Führung und taktischer Kompetenz innerhalb so kurzer Zeit zu ersetzen, ist unmöglich.»
Die Position sei nicht emotional geprägt, es gehe darum, der Nati die bestmöglichen Voraussetzungen für die bevorstehende WM zu geben.

Im Schreiben wird betont, dass man 100 Prozent hinter Fischer-Nachfolger Jan Cadieux stehe. «Gleichzeitig geht es in dieser Situation nicht um ihn, sondern um die bestmögliche sportliche Leistung, den Erfolg der Mannschaft und die Resultate, die wir gemeinsam erreichen können.»
Daher werde der Verband gebeten, seine Entscheidung zu überdenken und eine kurzfristige Lösung zu prüfen, «die es Patrick Fischer ermöglich, das Team in dieser entscheidenden Phase zu unterstützen».

Gezeichnet ist der Brief von Roman Josi. Es stellt sich die Frage: Wer steht sonst noch dahinter? Laut dem «Blick» sei der Brief weitgehend ein Alleingang des Nashville-Captains. Und wurde nicht mit den Nati-Kollegen abgesprochen.
Verbandspräsident: «Dieser Entscheid ist gefallen und unumstösslich»
Mittlerweile hat sich auch der Verband zum Brief von Roman Josi geäussert. Präsident Urs Kessler sagt dem «Blick», man werde das Schreiben «selbstverständlich» beantworten. Aber: «Ich bin erstaunt, dass dieser Brief den Weg in die Medien gefunden hat.»

Verärgert ist der Verbandsboss nicht, wie er dem «Blick» erklärt: «Wir nehmen diesen sehr ernst. Roman Josi hat in seiner Verantwortung als Captain gehandelt, sein Brief zeugt von Mut und Loyalität und von der Zusammenarbeit, die in der Mannschaft herrscht. Ich respektiere das ausdrücklich, es ist wichtig, dass man diese Punkte anspricht.»
Die Entlassung Fischers werde deshalb aber nicht rückgängig gemacht, sagt Kessler: «Dieser Entscheid ist gefallen und unumstösslich.»
Die Schweizer Nati bereitet sich derzeit in Biel für die Testspiele gegen Ungarn vor. Diese steigen am 23. und 24. April 2026, Spielbeginn jeweils um 19.45 Uhr.





